MICHAEL MANTL-MUSSAK

... am 27. Juli 1964, frühmorgens als ­Zweites von drei Kindern, inmitten von zwei süßen Familien, hinein geboren.

Die Familie meiner Mutter Gertrude (geb. Hawlik), war zu diesem Zeitpunkt mit der Zuckerwaren- und Schokoladenfabrik „Anton Hawlik & Söhne“ in der Pelzgasse 20, ganz nahe am Westbahnhof, im 15. Wiener Gemeindebezirk, bereits seit gut 50 Jahren in fast allen Confiserie-, Bonbons- bzw. Zuckerlgeschäften in Wien und größtenteils auch in den Bundesländern, mit Ihren Produkten vertreten.

Und dann natürlich auch die Eltern meines Vaters Walter, Franz und Maria Mantl-Mussak, die mit Ihrer kleinen Café – Konditorei in der Marchfeldstraße 12 und ihrer damals gerade neu geschaffenen Produktionsstätte im eigenen Haus, Marchfeldstraße 10, im 20. Wiener Gemeindebezirk, auch schon seit gut 30 Jahren etabliert waren.

Als Kinder von zwei so unterschiedlichen Familien, haben meine Geschwister und ich vor allem eines schon ganz früh verstehen lernen müssen: "Es gibt kaum ein Leben außerhalb der Fabrik und der Café-Konditorei und ein sehr intensives arbeitsreiches Leben mit der Fabrik bzw. der Zuckerbäckerei!"

Ergo, ich bin zu einem Backstubenkind geworden. Und ob Sie es glauben oder nicht, in dieser kleinen Halle namens Backstube, ist an einem Teil der Decke eine Modelleisenbahnanlage gehangen!! Die konnte mein Vater nach Betriebsende runter lassen, die Abdeckung gegen Mehlstaub abnehmen und daran weiter basteln.

Ja, so habe ich mich etwa im Alter von 5 Jahren mit drei für mich lebensentscheidenden "Viren" infiziert. Dem verlockend süßen Virus bei den Mantl-Mussak´s, dem variantenreichen schokoladigen Virus bei den Hawlik´s und dem wunderbaren Modelleisenbahner Virus in der Backstube bei meinem Vater.

Vieles in meinem Leben verdanke ich Menschen, die in all den Jahrzehnten schon zu deren Lebzeiten zu meinen Schutzengeln geworden sind. Anfangs meiner Großmutter Maria Magdalena Mantl-Mussak (eine geborene Feldhaas vom Vorsemmering) die mich schon in frühester Kindheit vor vielem ge- und beschützt hatte - denn ich war zum Lausbuam gerade zu prädestiniert.

Da waren auch ganz viele Tanten, die den kleinen Michl nicht nur abgebusselt sondern auch immer wieder gegen den eigenen sehr strengen Vater verteidigt hatten!

In späteren Jahren, hat mich mein Lehrherr und seine Frau, Josef und Erika Angelmayer, nach meinem Rauswurf aus einer kaufmännischen Schule, mit viel Verständnis und Geduld zu einem hervorragenden Zuckerbäcker ausgebildet - der Grundstein für meine internationale Karriere, wo mich wiederum mein erster Küchenchef Wilhelm Ehrenfelder zur Höchstform in meiner Zunft als Zuckerbäcker (Konditor), Chocolatier, Patissier, Speiseeis-, Lebkuchen- und Kanditenerzeuger, auch wieder mit viel Verständnis geführt hat.

Niemals werde ich Werner und Mitsuko Braun vergessen, die mich nach dem ich aus Wien im Alter von 20 Jahren still und leise abgehauen bin, in Ihrer Konditorei in Sao Paulo (Brasilien), wie einen eigenen Sohn aufgenommen haben - dort hatte ich dann auch meine Volljährigkeit (21.) mit übergroßem Heimweh gefeiert.

Natürlich kann ich weder als Zuckerbäcker, noch als Bastler und Modellbahner, trotz vieler vieler Meinungsverschiedenheiten die innige Nähe zu meinem Vater verleugnen. Ich vermisse sowohl meinen Vater, wie auch meine Mutter sehr! Von meiner Mutter habe ich die absolute Willens- und Entscheidungsstärke. Von beiden, meine liebe zur Musik - von Klassik bis zum Jazz.

Naja und nun bin ich wieder mit großer Vorfreude und Neugierde in einer weiteren Station meines Lebens angekommen!

Einerseits fühle ich mich schon jetzt in meinem Modellbahnladen fast genauso Zuhause, wie in den Backstuben in denen ich über Jahrzehnte hinweg die österreichische Zuckerbäckerei, oftmals im Ausland, mit ganz viel Stolz und auch Können präsentieren durfte.

Andererseits ist es nun aber auch etwas ganz anderes, mich als bekennender Modelleisenbahnspieler, Anlagenbauer und dies ohne mir jemals irgendwelche Rahmenbedingungen - Epochen, Zugs-Zusammenstellungen, etc. - auferlegt zu haben und vor allem als Bastler / Hobbyist, nun den Erzeugern und Ihnen als fachkundige Kunden, stellen zu müssen!

Ich werde wohl, wie auch damals als junger Zuckerbäcker, in den nächsten Wochen und Monaten einiges an Kritik einstecken müssen. Manche werden vielleicht sogar über mich ein vernichtendes Urteil fällen. Aber ich sag´s Ihnen ganz ehrlich, laut einer sehr lieben Tant´ von mir, habe ich im Alter von 5 Jahren begonnen, meinen eigenen Weg zu gehen und diesen werde ich auch erst am Ende meines Lebens, in Würde vor mir selbst verlassen!

Ich zitiere überhaupt nicht gerne, aber ein Lieblingszitat habe ich nun doch schon seit langem und dies ist von Albert Schweizer:

"Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt"

In diesem Sinne,

Ihr

Michael Mantl-Mussak

Langenzersdorf, am 28. November 2025

Modellbahneck
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